Grado - Lieblingsziel im nahen Süden

Es gibt unzählige Reiseführer über Grado - mich hat dieser hier angesprochen, weil er schon beim ersten Durchblättern den Eindruck gemacht hat, die Autorin Claudia Lux hat alles selbst zusammengetragen, was sie schreibt.

Im Real-Life-Test bewahrheitet sich diese Vermutung zum Glück. Natürlich ist jede Auswahl immer subjektiv, aber die von Frau Lux deckt sich ziemlich mit meinen Vorlieben. Geheimtipps gibt es eh längst keine mehr auf der kleinen Insel, die gar keine ist. 

Nix passiert

Als Wahlbewohner dieser Stadt nehme ich mir heraus, ab und an mit meinen anderen Augen auf Menschen und Dinge zu schauen. Den Zuag'reisten-Blick einmal auskosten, sozusagen.

Heute Morgen, beim allsamstäglichen Einkauf auf meinem Markt am Lendplatz ist mir ein besonders lieb gewordener Sager

aufgefallen. 

Nach einem Rempler zwischen den eng stehenden Standln folgte vom Verursacher prompt und brav die Entschuldigung und ich ebenso prompt "Nix passiert".

Die Absolution, vergeben und vergessen. Alles auf Anfang. Eben nix passiert.

Und jetzt, bei meinem allsamstäglichen Verlängerten in den Steirerstuben nachsinnierend, wünschte ich mir, es gäbe diese Funktion auch übertragen. Vergangenes ruhen lassen. Alte Verletzungen vergessen. Fehler vergeben. Auch mir, meine Eigenen.

Natürlich gelingt das mit Vielem, was uns nur peripher berührt recht leicht. Geschenkt.
Mir geht es um die harten Brocken. Um die Steine, die im Weg liegen, eigens herangerollte und fremdverschuldete. Um die Narben auf der Seele, die Risse im Herzen. Die seelischen Bodychecks, die einen aus der Bahn werfen können. Diese typischen "Krone-richten"-Dinge. Jeder und jede hat mit Sicherheit ein paar dieser zu schultern.

Wie hilfreich wäre es, wenn weniger Ego und verletzter Stolz - und vor allem weniger Traurigkeit zurückbliebe. Wenn man voller Großmut sich selbst bei sich entschuldigen würde (falls es der Urheber nicht kann oder will) und dann antworten würde: "Nix passiert"

Und dann einfach weiterleben.

Kaffee - kein Kaffee

 
Nach dieser charmanten Aufforderung (die mich unweigerlich an mein früheres Zuhause in Germanien erinnert hat ;-), blieb mir gar nichts anderes  übrig, als
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